EU-Arbeitsrecht für Betriebsräte
mit dem besonderem Schwerpunkt Arbeitszeiterfassung

6. bis 8. Oktober 2020, Berlin

 
Teil 1 – Referentin Prof. Dr. Reingard Zimmer, Berlin
Professorin für Arbeitsrecht an der Hochschule für Wirtschaft und Recht
 

Einführung in das EU-Arbeitsrecht

 
Das heutige Arbeitsrecht basiert bereits zu einem hohen Anteil auf europäischer Gesetzgebung und europäischer Rechtsprechung. Bevor die arbeitsrechtlichen Themen im Einzelnen behandelt werden, gibt es eine kurze Einführung in das europäische Arbeitsrecht, um den Weg von der Entstehung bis zur nationalen Umsetzung nachvollziehen zu können. Auch aktuelle Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes und ihre Auswirkungen auf das nationale Arbeitsrecht werden an Fallbeispielen behandelt.
 
Seminarthemen:
 
  • Grundlagen des europäischen Rechts und Rolle des Sozialen Dialogs
  • Verzahnung des europäischen und nationalen Arbeitsrechs
  • Befristungs- und Arbeitszeitrichtlinie
  • Antidiskriminierungsrecht
  • Gleiche Bezahlung bei Leiharbeit („Equal Pay")


 
Teil 2 – Referent Michael Puzicha, Marl
Fachanwalt für Arbeitsrecht
 

Die neuen Regeln zur Arbeitszeiterfassung

Im Mai 2019 entschied der Europäische Gerichtshof in Luxemburg über eine Klage des spanischen Gewerkschaftsbundes CC.OO., der von der Deutschen Bank in Madrid die Einführung eines Systems zur Erfassung der täglichen Arbeitszeit ihrer Angestellten forderte. Die Luxemburger Richter entschieden, dass ein objektives, verlässliches und zugängliches System erforderlich ist, um die tägliche Arbeitszeit individuell zu erfassen (siehe https://www.ebr-news.de/022019.htm#1.3).

Wie in Spanien sind auch Arbeitgeber in Deutschland vorher nur verpflichtet gewesen, die Überstunden zu erfassen. Im Februar 2020 entschied das Arbeitsgericht Emden über den Lohnanspruch eines Bauhelfers für geleistete Überstunden. Er legte eigene handschriftliche Aufzeichnungen vor, während der Arbeitgeber keine korrekte Arbeitszeiterfassung durchgeführt hatte. Daher urteilte das Gericht im Sinne des Bauhelfers. Der Arbeitgeber hat gegen die Charta der Grundrechte der Europäischen Union verstoßen, denn sie verlangt die Einrichtung eines objektiven, verlässlichen, zugänglichen Systems zur Erfassung der täglichen Arbeitszeit. Es ist das erste Urteil in Deutschland, das sich auf die Grundsatzentscheidung des Europäischen Gerichtshofs vom Mai 2019 bezieht.

 
Seminarthemen:
 
  • Das Arbeitszeiturteil des Europäischen Gerichtshofs und aktuelle Rechtsprechung deutscher Arbeitsgerichte (z.B. Vergütung von Reisezeiten)
  • Mitbestimmung des deutschen Betriebsrates bei der Arbeitszeit (Zustimmungspflichtige Maßnahmen, Zeiterfassungssysteme, Schichtpläne und Sonderschichten, Mehrarbeit und Überstunden, Erreichbarkeit in der Freizeit, Arbeitszeitkontrolle)
  • Rechtliche Rahmenbedingungen für Änderungen der betrieblichen Arbeitszeiten und für die Einführung flexibler Arbeitszeiten
  • Gestaltungsmöglichkeiten in Betrieben mit und ohne Tarifbindung
  • Streitigkeiten zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat


 
 
 
 

Veranstaltungsort:

Adina Apartment Hotel Berlin Mitte

Seminarkosten:

€ 1.495,- zuzüglich Umsatzsteuer
Der Preis beinhaltet die Seminarteilnahme sowie die gesamte Verpflegung während des Seminars.

Übernachtung:

€ 129,- pro Nacht inklusive Frühstück und Umsatzsteuer

Anmeldeformular

 

 

 

 

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